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Außerdem will Schulz ein Kontrollsystem einführen. Er hält eine Quote für Elektroautos für den richtigen Weg. "Wir werden der Industrie deutlich mehr Druck machen", sagte er dem Blatt. Zypries plädierte zudem für die Einführung einer verbindlichen Quote für Elektroautos in Europa. Die Forderung ist Teil eines Fünf-Punkte-Plans für den Automobilstandort Deutschland, der der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Vom Ziel, bis 2020 eine Million Elektroautos auf der Straße zu haben, hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sich im Mai verabschiedet. Der entsprechenden Forderung von Schulz schloss sie sich am Freitag zunächst nicht an - ließ aber auch nicht widersprechen.

Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig hatte dagegen dafür geworben, über ein verbindliches Ziel für die Elektromobilität in Europa und damit auch in Deutschland nachzudenken.

Nach dem Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Diesel-Fahrzeugen fordert SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz verschärfte gesetzliche Regeln für die Autoindustrie. "Die Einführung einer Elektromobilitätsquote in der EU ist richtig und wird uns endlich auf Zukunftskurs bringen".

"Die deutsche Autoindustrie muss beim Thema Elektroautos deutlich besser werden", erklärte der SPD-Politiker. Anders seien die Klimaschutzziele in der EU für den Verkehr gar nicht zu erreichen. Unter anderem schlägt Schulz "stichprobenartige Nachkontrollen" des Schadstoffausstoßes im Realbetrieb vor, um gegen "die Schummeltricks der Industrie" vorzugehen.

Dazu sollen für die Typengenehmigung von Fahrzeugen und für die Kontrolle der Emissionen zwei getrennte Behörden zuständig sein. Anfang September sei darüber ein Gespräch mit dem französischen Umweltministerium geplant. Eine solche europäische E-Mobilitätsquote könne "den Druck auf die Hersteller erhöhen, bedarfsgerechte Elektro-Autos anzubieten", sagte Zypries in Berlin.

Von diesem Druck war beim Diesel-Gipfel Anfang August nur wenig zu spüren gewesen. Das möchte Schulz jetzt ändern.

Schulz fordert deshalb einen zweiten Diesel-Gipfel im Herbst. Wenn sich zeige, dass diese nicht ausreichen, "müssen technische Umrüstungen her - natürlich auf Kosten der Hersteller", so Schulz. Wegen der hohen Belastung der Luft mit gesundheitsschädlichen Stickoxiden drohen in mehreren deutschen Städten Fahrverbote, das Thema beschäftigt die Gerichte.

Daten des Umweltbundesamts zeigen, dass auch moderne Diesel-Autos den EU-Grenzwert auf der Straße um ein Vielfaches überschreiten. Der US-Hersteller Tesla sei hierzulande "viel zu lange belächelt" worden, diese "Hochnäsigkeit" könne sich die deutsche Autoindustrie nicht mehr leisten.

Um die Grauzone bei den Prüfverfahren zu beseitigen, die es den Herstellern bisher erlaubt hat, auch ganz legal die Abgasvorschriften zu umgehen, will Schulz klare Vorgaben schaffen. "Gesetzliche Regelungen dürfen keinen Interpretationsspielraum beinhalten", heißt es in dem Papier.


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