KXIP vs KKR Live Score

Der DJV-Vorsitzende fordert die sofortige Freilassung aller inhaftierten Journalisten in der Türkei.

Die türkische Polizei hat nach Razzien in Istanbul Haftbefehl gegen zahlreiche Journalisten erlassen. Nach Angaben der türkischen Behörden sei die App speziell für die Gülen-Bewegung entwickelt worden, um ihren Mitgliedern zu erlauben, verschlüsselt miteinander zu kommunizieren. Der Grund: Der Messenger-Dienst zum Schreiben von Nachrichten mit Verschlüsselungsfunktion sei bei Anhängern des Predigers Fethullah Gülen beliebt, so die staatliche Nachrichtenagentur "Anadolu". Neun Journalisten wurden laut Staatsmedien am Donnerstag bereits festgenommen, unter ihnen der Chefredakteur der Oppositionszeitung "Birgün", Burak Ekici.

Sie würden beschuldigt, den Messenger-Dienst ByLock benutzt zu haben. Dem türkischen Geheimdienst gelang es 2015, in den Server des Programms einzudringen, was ihm ermöglichte, zehntausende Nutzer der App zu identifizieren. Diese gilt in der Türkei als Terrorverbrachen. Kritiker verweisen zudem darauf, dass ByLock frei im Internet verfügbar war und nicht nur von Gülenisten verwendet wurde. Viele hatten von Bylock noch nie gehört, bevor die App nach dem Putschversuch vor einem Jahr zum Thema wurde. Diese werde auch vom Gülen-Netzwerk verwendet.

Dennoch wurden seit dem Putschversuch bereits tausende mutmaßliche ByLock-Benutzer festgenommen, darunter auch der türkische Amnesty-Vorsitzende Taner Kilic. "Letzte Reste von Rechtsstaatlichkeit in der Türkei sind der Paranoia von Erdogan und seinem Gefolge gewichen", kritisiert DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. Rund 160 Journalisten befinden sich nach Angaben des türkischen Journalistenverbands in Haft. "Die Nutzung einer App als Haftgrund ist an Absurdität nicht mehr zu toppen". Darunter sind Deniz Yücel und Mesale Tolu aus Deutschland.

Die türkische Regierung steht international wegen ihres harten Vorgehens gegen die Gülen-Anhänger und kritische Journalisten in der Kritik. 17 Mitarbeiter der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" stehen seit Juli vor Gericht.


BEMERKUNGEN