Mindestens 62 Tote und mehr als 50 Verletzte - das ist die bisherige Bilanz des verheerenden Waldbrandes in Zentralportugal. 18 von ihnen werden in Krankenhäusern behandelt.

Auf der Flucht vor den Flammen in Portugal sind viele Menschen in ihren Autos ums Leben gekommen. Hunderte Rettungs- und Hilfskräfte sind vor Ort, Löschflugzeuge wurden angefordert.

Der Brand rund 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon ist für Portugal der schlimmste seit Jahrzehnten. Es gebe einige Dörfer, die "von den Flammen völlig eingekesselt" seien, sagte der Bürgermeister von Pedrógão Grande, Valdemar Alves, zum Newsportal "Público".

Präsident Marcelo Rebelo de Sousa sagte nach einer langen Umarmung mit Alves sichtlich mitgenommen: "Das ist eine beispiellose Situation".

"Schön langsam geht uns das an die Substanz" Seit Anfang April legt ein Unbekannter Waldbrände im Münchner Südosten.

Rund 750 Feuerwehrleute kämpfen mit rund 200 Einsatzfahrzeugen gegen den Waldbrand. Von Michael Morosow mehr.

Etliche der später tot geborgenen Menschen waren mit ihren Fahrzeugen unterwegs, als die Flammen sie plötzlich einschlossen. "Unglücklicherweise scheint dies die größte Tragödie in Hinblick auf Waldbrände zu sein, die wir in den letzten Jahren erlebt haben", sagte Costa. Die Regierung rief eine dreitägige Staatstrauer aus, die von Montag bis Mittwoch gelten soll.

Das Feuer war am Samstagnachmittag nahe der Ortschaft Pedrógão Grande ausgebrochen und hatte sich rasend schnell in vier Richtungen ausgebreitet.

Das Feuer wurde nach Angaben der Polizei durch einen Blitzschlag ausgelöst. Am Samstagnachmittag habe sich über dem betroffenen Gebiet um den Kreis Pedrogao Grande ein Gewitter entladen, ohne dass es dabei regnete, sagte der Direktor der Kriminalpolizei, Jose Almeida Rodrigues, am Sonntag der Nachrichtenagentur Lusa.

Alles deute ganz klar auf natürliche Ursachen hin. Nicht, wie Bürgermeister Alves zunächst behauptete, durch Brandstiftung. In einigen Gebieten fiel der Strom aus. Feuerwehrfahrzeuge wurden von den Flammen zerstört, Familien mussten ihre Häuser verlassen.

"Wir tun alles Mögliche und Unmögliche, um das Feuer zu löschen", sagte Innen-Staatssekretär Jorge Gomes. "Es wird alles getan werden, um den Behörden und den Menschen in Portugal in dieser Zeit der Not zu helfen", erklärte der zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides. Auf Bitte Portugals organisiere die EU Löschflugzeuge. Auch Frankreich entsandte drei Flugzeuge. Nach Mitteilung des Zivilschutzes gab es unter anderem auch aufgrund einer Hitzewelle mit Temperaturen von über 35 Grad insgesamt elf Waldbrände, die von mehr als 1500 Einsatzkräften bekämpft wurden.


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