KXIP vs KKR Live Score

Laut Angaben des Innenministeriums aus der Nacht zum Montag kamen Macrons Partei La République en Marche und die verbündete Zentrumspartei MoDem zusammen auf 331 der insgesamt 577 Sitze.

Bei der Parlamentswahl in Frankreich hat die Partei von Präsident Emmanuel Macron die absolute Mehrheit locker erreicht. Zwei Institute hielten sogar bis zu 470 Sitze für möglich.

Die Opposition in der Nationalversammlung schrumpft dagegen deutlich zusammen: Das konservative Lager erzielte den Hochrechnungen zufolge zwischen 97 und 130 Abgeordnetenmandate und halbiert sich damit nahezu. Das wäre ein neuer Tiefstand in der Geschichte der 1958 gegründeten Fünften Republik. Die Sozialisten von Macrons Amtsvorgänger François Hollande stürzten ab und dürften gemeinsam mit Verbündeten nur noch 27 bis 49 Sitzen bekommen. Sozialistenchef Jean-Christophe Cambadélis nannte das Wählervotum "unmissverständlich" und kündigte seinen Rücktritt an.

Allerdings: Für beide Parteien war nach der ersten Wahlrunde ein noch schlechteres Abschneiden prognostiziert worden.

In den Stadtvierteln schossen Büros seiner Bewegung wie Pilze aus dem Boden, man sah nur noch Anhänger seiner Partei auf den Märkten und den Straßen. Linkspartei und Kommunisten gewannen zwischen zehn und 30 Mandate, die rechtspopulistische Front National (FN) von Marine Le Pen zwischen vier und acht Sitze.

Als erste konnte sich die französische Übersee-Ministerin Annick Girardin über ihren gewonnenen Wahlkreis freuen. Das liegt weit über den 289 Sitzen, die für eine absolute Mehrheit nötig sind. In allen anderen durften jene Kandidaten antreten, die im ersten Wahlgang mehr als 12,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnten. Des Weiteren sticht die historisch tiefe Wahlbeteiligung von etwa 43 Prozent ins Auge.

Ein Wermutstropfen für die Sieger ist die historisch niedrige Wahlbeteiligung. Schon vergangene Woche hieß es, die Menschen seien nach einem monatelangen Marathon mit Vorwahlen und Präsidentenkür ermüdet. Dass die Meinungsforscher Macrons LRM einmütig einen Erdrutschsieg prophezeit hätten, habe die Motivation zusätzlich geschmälert. An seine Stelle soll nun erst einmal eine kollektive Parteiführung treten, die den Parti Socialiste (PS) erneuern soll. Und schließlich sorgte auch das sommerliche Wetter dafür, dass viele Franzosen den Tag anders nutzen wollten als mit der Ausübung ihrer demokratischen Rechte.

Seit Wochen wird Macron von allen Seiten gehypt: "Kann er über das Wasser laufen?", fragte eine französische Fernsehmoderatorin nach der ersten Runde der Parlamentswahlen.

Der 39-Jährige will noch in diesem Monat eine umstrittene Lockerung des Arbeitsrechts und ein neues Anti-Terror-Gesetz auf den Weg bringen. Außerdem strebt er weitreichende Reformen in der vom angekündigten Austritt Großbritanniens verunsicherten Europäischen Union an.

Emmanuel Macron hat das Wochenende zur Freizeitgestaltung genutzt: Radeln mit Frau Brigitte und Tennis standen für den französischen Präsidenten auf dem Programm. Bremsen könnte allenfalls der Senat, die zweite Parlamentskammer wird von der bürgerlichen Rechten dominiert. Der Front National kommt auf bis zu 8 Mandate.

Premierminister Edouard Philippe begrüßte das Ergebnis: "Mit ihrer Wahl haben die Franzosen in großer Mehrheit die Hoffnung der Wut vorgezogen, den Optimismus dem Pessimismus", sagte der Konservative.


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