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Paris. Schon bei den ersten Hochrechnungen am Sonntagabend wurde deutlich: Die Partei des neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron hat bei der zweiten Runde der französischen Parlamentswahlen einen klaren Sieg eingefahren.

Unsere Grafik zeigt, wie deutlich Macrons Sieg im ersten Wahlgang ausfiel. Laut ersten Hochrechnungen kamen Macrons Mitte-Partei und ihre Verbündeten auf 355 bis 425 der 577 Sitze.

Die entscheidende zweite Runde der französischen Parlamentswahl hat bis zum Nachmittag nur wenige Franzosen ins Wahllokal gelockt. Zugleich beklagte er die historisch niedrige Wahlbeteiligung von rund 42 Prozent.

Das könnte auf eine geringere Zustimmung in der Bevölkerung für den Kurs des neuen Präsidenten hindeuten, als die Sitzverteilung in der ersten Parlamentskammer vermuten lässt. Dagegen müssen die traditionellen Regierungsparteien der bürgerlichen Rechten und der Sozialisten mit einer weiteren herben Niederlage rechnen.

In mehreren französischen Überseegebieten konnten die Wähler bereits am Samstag ihre Stimme abgeben. Der sozialliberale Staatschef will noch in diesem Monat eine umstrittene Lockerung des Arbeitsrechts und ein neues Anti-Terror-Gesetz auf den Weg bringen. Außerdem strebt er weitreichende Reformen in der vom angekündigten Austritt Großbritanniens verunsicherten Europäischen Union an. Schon zum am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel wollen Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Informationen aus dem Élyséepalst einen gemeinsamen Beitrag leisten. Die Kritik der Verlierer, die in den nächsten fünf Jahren ein Schattendasein fristen werden, ist aber unredlich: Von dem Mehrheitswahlrecht, das die stärkste Partei überproportional begünstigt, profitierten in der Vergangenheit sowohl die Sozialistische Partei (PS) als auch die konservativen Republikaner (LR). Insgesamt dürften die moderate Linke und die Grünen zusammen nur noch mit 41 bis 49 Sitzen vertreten sein. Sozialistenchef Jean-Christophe Cambadélis nannte das Wählervotum "unmissverständlich" und kündigte seinen Rücktritt an. Die Front National der Rechtspopulistin Marine Le Pen dürfte weiterhin keine große Rolle im Parlament spielen - allerdings hat Le Pen selbst Chancen, in ihrem Wahlkreis in Nordfrankreich erstmals in die Nationalversammlung gewählt zu werden. Bislang waren es 2.

"Für viele, die bisher eigentlich keine Fans von Macron waren, stand fest, dass es logisch ist, seiner Partei ihre Stimme zu geben, damit der Präsident in Aktion treten kann", sagte der 31-jährige Florent, der eigentlich eher ein Linkswähler ist, im bürgerlichen Pariser Vorort Saint-Mandé lebt und dort ebenfalls für REM stimmte - denn der einzige Gegenkandidat war ein Konservativer, den er verhindern wollte. Vor allem bei der geplanten Arbeitsmarktreform sind Proteste von Gewerkschaften zu erwarten. Allerdings sitzt die Nationalversammlung bei der Verabschiedung von Gesetzen am längeren Hebel. Bei der Präsidentenwahl hatte Le Pen im ersten Wahlgang landesweit noch 21,3 Prozent der Stimmen bekommen. Der frühere Wirtschaftsminister setzt dabei auf eine enge Zusammenarbeit mit Deutschland.


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