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Doch das Ergebnis hat einen Makel.

Das Mitte-Lager des französischen Präsidenten Emmanuel Macron hat die die Parlamentswahl nach noch unvollständigen Ergebnissen klar gewonnen. Demnach kommen Macrons Mitte-Partei La Republique en Marche (LREM) und ihre Verbündeten in der zweiten und entscheidenden Abstimmungsrunde auf bis zu 360 Sitze der insgesamt 577 Sitze der Nationalversammlung.

Überschattet wird der Triumph des Präsidenten von einer historisch niedrigen Wahlbeteiligung: Nur 43 Prozent der Stimmberechtigten haben die Wahllokale aufgesucht. Die Wahlbeteiligung lag mit rund 42 Prozent so niedrig wie noch nie seit Gründung der Fünften Republik 1958. Das könnte auf eine geringere Zustimmung in der Bevölkerung für den Kurs des neuen Präsidenten hinweisen, als das vorläufige Wahlergebnis vermuten lässt.

Allerdings: Für beide Parteien war nach der ersten Wahlrunde ein noch schlechteres Abschneiden prognostiziert worden. Dagegen müssen die traditionellen Regierungsparteien der bürgerlichen Rechten und der Sozialisten mit einer weiteren herben Niederlage rechnen. Ein prosperierendes Frankreich in einem wirtschaftlich starken und sozialen Europa - diesem Ziel ist der junge französische Präsident einen großen Schritt näher gekommen. Noch in diesem Monat will die sozialliberale Regierung eine umstrittene Lockerung des Arbeitsrechts auf den Weg bringen. Außerdem strebt er in der vom angekündigten Austritt Großbritanniens verunsicherten Europäischen Union weitreichende Reformen an und hofft dabei auf eine enge Zusammenarbeit mit Deutschland. Schon zum EU-Gipfel Ende dieser Woche wollen Macron und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel nach Informationen aus dem Élyséepalst einen gemeinsamen Beitrag leisten. Die Sozialisten von Macrons Vorgänger François Hollande waren schon im ersten Wahlgang dramatisch abgestürzt. Die in der vergangenen Legislaturperiode mit 302 Mandaten bedachten Sozialisten (PS) und ihre Verbündeten haben mit 49 Mandaten dagegen ihr Waterloo erlebt. Die linke "La France Insoumise" von Jean-Luc Mélenchon kommt der Hochrechnung zufolge auf 26 Sitze, der "Front National" auf acht.

Gute Chancen auf einen Sitz in der Nationalversammlung hat die Chefin des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen.

Le Pen selbst gewann in ihrem Wahlkreis in Nordfrankreich, wie sie der Nachrichtenagentur AFP sagte. Das reicht nicht, um eine Fraktion in der Nationalversammlung zu bilden. Im zweiten Wahlgang gaben bis Sonntagmittag rund 17,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen ab, wie das Innenministerium bekannt gab. Mit einer absoluten Mehrheit hätte der Präsident freie Fahrt für seinen Reformkurs. Die bürgerliche Rechte wird damit zweite Kraft im Parlament. Außerdem ein Gesetz für mehr Moral in der Politik, als Reaktion auf Skandale wie die Scheinbeschäftigungsaffäre um den konservativen Präsidentschaftskandidaten François Fillon. Das Wirtschaftswachstum hinkte in den vergangenen Jahren der Eurozone hinterher, die Staatsschulden liegen bei 96 Prozent der Wirtschaftskraft - deutlich mehr als in Deutschland.

In Paris begrüßte Premierminister Philippe den Erfolg für Macron und erklärte, die Franzosen für Hoffnung und Optimismus gestimmt. Le Pen bezeichnete auch das Mehrheitswahlrecht, das in Frankreich bei den Parlamentswahlen zum Gelten kommt und große Parteien begünstigt, als antidemokratisch und forderte, es gegen ein Verhältniswahlrecht zu ersetzen.


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