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Einen Schlussstrich wird es aber nicht so schnell geben.

Der US-Präsident habe ihn auch nie aufgefordert, die Ermittlungen zu stoppen.

Für James Comey war es der Auftritt seines Lebens: Vor Millionen Fernsehzuschauern sagte der ehemalige FBI-Direktor in Washington vor dem Geheimdienstausschuss des Senats aus, nur einen Tag, nachdem er seine Beziehung zu Donald Trump in einer sensationellen Einleitung zu seiner heutigen Aussage beschrieben hatte. Ausführlich beschreibt er etwa ein Abendessen unter vier Augen am 27. Januar im Weißen Haus, bei dem ihn der Präsident ihn eingangs gefragt habe, ob er sein Amt behalten wolle - um anschließend seine "Loyalität" einzufordern. Comey gab auch zu, Informationen über Trumps Bitte mit Blick auf Flynn über einen Vertrauten an die Presse gegeben zu haben.

Anders als Comey behaupte, habe er diesen nicht gebeten, Ermittlungen des FBI gegen den früheren nationalen Sicherheitsberater Mike Flynn wegen dessen Russland-Kontakten einzustellen, sagte Trump auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem rumänischen Staatspräsidenten Klaus Iohannis. Daraus wird deutlich, dass Trump auch explizit Loyalität von Comey verlangte. Comey sagte nichts zum Vorwurf, Trumps Wahlkampfteam habe sich mit den russischen Hackern und ihren Auftraggebern im Kreml abgesprochen.

Damit steht das Wort des Präsidenten gegen das Wort des früheren FBI-Chefs, der am Donnerstag unter Eid ausgesagt hatte. Wer noch immer glaubte, Trump verhalte sich wie jeder andere amerikanische Präsident und die Russland-Affäre sei lediglich ein Komplott amerikanischer Geheimdienste, sollte nach diesem Donnerstag umdenken. Seiner Meinung nach habe Trump ihn schließlich gefeuert, um den Kurs der Ermittlungen zu Russlands Beeinflussung der US-Wahl zu ändern. Das habe Comeys Aussage belegt. Sein Mandant sei "glücklich darüber", dass Comey bestätigt habe, nicht gegen den Präsidenten persönlich ermittelt zu haben: "Er fühlt sich bestätigt und komplett entlastet". Der Druck auf seinen Justizminister steigt - und der will nun aussagen.

Am 9. Mai hatte Trump den FBI-Chef entlassen, womöglich, weil ihm dessen Untersuchungen in der Russland-Affäre zu unbequem waren. Er gehe inzwischen davon aus, dass die Russland-Affäre der entscheidende Grund seiner Entlassung gewesen sei. Die Bundespolizei sollte herausfinden, ob Russland Einfluss auf den Präsidentenwahlkampf 2016 nahm. Das erste Statement für Trump als Reaktion auf Comey war voller Rechtschreibfehler, selbst das Wort "Präsident" war falsch geschrieben. Dabei habe es sich um gezielte Spear-Phising-Kampagnen gehandelt, die das FBI dann zu unterbinden suchte.

Das entscheidende Zitat: "Ich hoffe, Sie sehen einen Weg, das fallen zu lassen, von Flynn abzulassen". Comey bezichtigte Trump und die US-Regierung, in der Begründung seiner Entlassung gelogen zu haben. Insgesamt seien schätzungsweise mehrere Hundert, wenn nicht sogar mehr als Eintausend direkte Angriffsziele identifiziert worden, erklärte Comey.

Dagegen ging Trump in die Offensive: "Die Aussage gestern hat bestätigt: Es gab keine Absprachen, keine Behinderung der Justiz". Dem Sender CNN zufolge hat er möglicherweise ein drittes Treffen mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak während des Wahlkampfes verschwiegen. Nach dem öffentlichen Teil der Anhörung wurde die Sitzung hinter verschlossenen Türen fortgesetzt.


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