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Portugal wurde an diesem Wochenende von schweren Waldbränden erschüttert, über 60 Menschen kamen ums Leben. Mindestens 54 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. "Die Gewalt des Feuers war sehr groß", sagte Valdemar Alves, Bürgermeister des 2000-Seelen-Ortes Pedrógão Grande. Ein Blitzeinschlag löste den Brand laut Polizei am Samstag in der Region Pedrógão Grande knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon aus.

Zahlreiche Opfer seien in ihren Autos auf der Straße von Figueiro dos Vinhos nach Catanheira de Pera verbrannt, als sie versuchten, den Flammen zu entkommen, sagte Innenstaatssekretär Jorge Gomes in der Nacht auf Sonntag. Das Feuer sei an vier Fronten aktiv und werde von mit mehr als 220 Einsatzfahrzeugen und zwei Flugzeugen bekämpft, teilte der Zivilschutz mit. "Wir haben in Zusammenarbeit mit der Nationalgarde sogar den Baum gefunden, der von einem Blitz getroffen wurde", sagte der Direktor der Kriminalpolizei, José Almeida Rodrigues, am Sonntag der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa. Auf Bildern waren ausgebrannte Autos, brennende Bäume und Häuser zu sehen. Es ist der Waldbrand mit den meisten Todesopfern in Portugal seit Beginn der Aufzeichnungen. Der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Christos Stylianides, sprach den Portugiesen sein Mitgefühl aus und erklärte, die EU stehe bereit. "Sie sagen, dass sie nicht in ihren Häusern sterben wollten, die von den Flammen umzingelt wurden", berichtete Ricardo Tristao Reportern. Auf Bitte Portugals organisiere die EU Löschflugzeuge.

Schließlich sind rund 900 Feuerwehrleute mit fast 300 Löschfahrzeugen sowie zwei portugiesische Löschflugzeuge sind gegen die Flammen im Einsatz. Frankreich habe sofort drei Maschinen zugesagt. Die Regierung rief eine dreitägige Staatstrauer aus, die von Montag bis Mittwoch gelten soll.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drückte Portugals Regierung ihre Anteilnahme an der Waldbrandkatastrophe aus. Das Katholiken-Oberhaupt rief rund 20.000 Gläubige am Sonntag auf dem Petersplatz dazu auf, für die Toten und Betroffenen zu beten. "Das ist ein echtes Inferno, so etwas haben wir noch nie gesehen". Hunderte Bewohner wurden in Notzelten untergebracht, viele von ihnen wurden wegen Rauchgasvergiftungen behandelt. Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa traf nach Mitternacht in der Region ein und sagte sichtlich mitgenommen: "Das ist eine beispiellose Situation".

Der Kreis Pedrógão Grande hat auf 128 Quadratkilometer Fläche lediglich rund 4000 Einwohner, die sich in erster Linie der Land-, aber auch der Textilwirtschaft widmen. Die nahezu unberührte Natur mit Lagunen und Stauseen zieht seit Jahren immer mehr Wanderer und Wassersportler an. 1966 starben bei einem siebentägigen Feuer in Sintra in der Nähe von Lissabon 25 Menschen, allesamt Angehörige des Militärs.


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