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Paris - Frankreich hat bei der zweiten Runde der Parlamentswahl auf einen neuen Negativrekord bei der Wahlbeteiligung zugesteuert.

Umfragen hatten das Lager des neuen Staatspräsidenten Emmanuel Macron klar in Führung gesehen, eine absolute Mehrheit in der ersten Parlamentskammer galt als sicher. Angaben des Innenministeriums aus der Nacht zufolge kamen Macrons Partei La République en Marche und die verbündete Zentrumspartei MoDem zusammen auf 331 der insgesamt 577 Sitze. Die Wahllokale öffneten um 8 Uhr und schloßen um 18 Uhr, in großen Städten bleiben sie noch bis 20 Uhr geöffnet. Meinungsforscher hatten zuvor bis zu 470 Mandate für möglich gehalten.

In Frankreich findet am Sonntag die zweite Runde der Parlamentswahl statt.

Die traditionellen Regierungsparteien der bürgerlichen Rechten und der Sozialisten müssen mit einer weiteren herben Niederlage rechnen. Unmittelbar danach werden erste offizielle Hochrechnungen erwartet. Nach einer Reihe von Terroranschlägen in den vergangenen Jahren gilt in Frankreich weiterhin der Ausnahmezustand.

Bei der Parlamentswahl wird in 577 Wahlkreisen jeweils ein Abgeordneter gewählt.

Macron war vor sechs Wochen als jüngster französischer Präsident aller Zeiten in den Élyséepalast gewählt worden. Dabei gilt ein reines Mehrheitswahlrecht. Nur vier Sitze wurden bereits in der ersten Runde vor einer Woche vergeben, im Rest der Wahlkreise wurden Stichwahlen nötig. 97 Prozent der Stimmen seien ausgezählt, hieß es. Bei der Präsidentenwahl hatte Le Pen im ersten Wahlgang landesweit noch 21,3 Prozent der Stimmen bekommen.

Die Sozialisten von Macrons Vorgänger François Hollande waren schon im ersten Wahlgang dramatisch abgestürzt, Umfrageinstitute sahen die moderate Linke und die Grünen zusammen bei höchstens 35 Sitzen. Allerdings gibt es in den Reihen der Republikaner verschiedene Lager: Manche stehen einer Zusammenarbeit mit Macron offen gegenüber, während andere auf eine klare Abgrenzung setzen. Dazu sind 15 Abgeordnete nötig. Die Front National der Rechtspopulistin Marine Le Pen dürfte weiterhin keine große Rolle im Parlament spielen - allerdings hat Le Pen selbst Chancen, in ihrem Wahlkreis in Nordfrankreich erstmals in die Nationalversammlung gewählt zu werden.


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