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Zudem war ein klarer Sieg Macrons erwartet worden, die Konkurrenz wurde als weitgehend chancenlos betrachtet.

Doch das Ergebnis hat einen schalen Beigeschmack: Statt der mehr als 400 erwarteten Abgeordneten wurden es nur gut 350.

ORF-Korrespondentin Eva Twaroch mit der ersten offiziellen Hochrechnung, wonach Macrons Partei mit 360 Sitzen weit weniger siegreich wäre als angekündigt. Frankreichs neuer Präsident will die Machtfülle seiner Funktion voll ausnutzen. Die Sozialisten von Ex-Staatschef Francois Hollande haben künftig nur noch 29 Abgeordnete in der Nationalversammlung. Meinungsforscher hatten allerdings mit einer noch größeren Mehrheit von bis zu 470 Mandaten gerechnet.

Umfragen zufolge hat das Lager von Präsident Emmanuel Macron beste Chancen auf die absolute Mehrheit. Beide wollen in der Europapolitik an einem Strang ziehen und nach Informationen aus dem Élyséepalast schon zum kommenden EU-Gipfel einen gemeinsamen Beitrag leisten. Laut ersten Hochrechnungen kam Macrons Lager im zweiten Wahlgang auf 355 bis 425 der 577 Sitze in der Nationalversammlung. Eine krachende Niederlage mussten hingegen die Sozialisten hinnehmen, dessen Parteichef anschliessend zurücktrat: Der bisherige Vorsitzende Jean-Christophe Cambadélis erklärte nach dem Bekanntwerden der etwaigen Mehrheitsverhältnisse seinen Rücktritt.

Die Wahlbeteiligung fiel auf ein neues Rekordtief. Dabei hatte die Beteiligung schon beim ersten Wahlgang nur 48 Prozent betragen. Das könnte auf eine geringere Zustimmung in der Bevölkerung für den Kurs des neuen Präsidenten hinweisen, als das vorläufige Wahlergebnis vermuten lässt.

Fast so stark wie die Sozialisten wurde La France Insoumise des Linkspopulisten Jean-Luc Mélenchon, der Hochrechnungen zwischen 15 und 25 Parlamentarier voraussagten.

Macron war erst vor sechs Wochen in den Élyséepalast gewählt worden.

Eine Woche später will Macron einen wichtigen Schritt hin zu seiner ebenfalls umstrittenen Arbeitsmarktreform gehen: Das Kabinett wird ein Gesetzesvorhaben auf den Weg bringen, damit er das Arbeitsrecht durch Verordnungen und nicht über den klassischen parlamentarischen Weg lockern kann.

Die bürgerliche Rechte kommt laut den Instituten Kantar Public-Onepoint, Ipsos und Elabe in der neuen Nationalversammlung auf auf 95 bis 133 Sitze. Insgesamt dürften die moderate Linke und die Grünen zusammen nur noch mit 41 bis 49 Sitzen vertreten sein. Mélenchon selbst konnte sich in seinem Wahlkreis Marseilles gegen die LREM-Politikerin Corinne Versini durchsetzen. Bislang waren es zwei. Die Wahl zum Staatspräsidenten - mit 24 Prozent im ersten Wahlgang - verdankt er in erster Linie der Ablehnung Marine Le Pens durch die Stimmbürger. Damit erhielte der proeuropäische Politiker freie Hand für die von ihm geplanten Reformen. Allerdings könnte der Senat auf die Bremse treten, die zweite Parlamentskammer wird von der bürgerlichen Rechten dominiert und hat bei der Gesetzgebung mitzureden.

Noch schlechter abgeschnitten haben die links außen beziehungsweise rechts außen beheimateten Parteien - das Unbeugsame Frankreich (LFI) und der Front National (FN). Bis zum 21. Juli sind dutzende Treffen zwischen Vertretern des Arbeitsministeriums und der Gewerkschaften geplant. Bei der Parlamentswahl setzten sich Minister der bisherigen Regierung durch, unter ihnen Wirtschaftsressortchef Bruno Le Maire und Europaministerin Marielle de Sarnez.

Nach der Wahl könnten Macron und sein Premierminister Philippe wie in Frankreich üblich ihre Regierungsmannschaft nachjustieren. Le Pen bezeichnete auch das Mehrheitswahlrecht, das in Frankreich bei den Parlamentswahlen zum Gelten kommt und große Parteien begünstigt, als antidemokratisch und forderte, es gegen ein Verhältniswahlrecht zu ersetzen.


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