KXIP vs KKR Live Score

Doch die Zahl der Sitze und die schwache Wahlbeteiligung trüben das Ergebnis.

In der entscheidenden Abstimmungsrunde sicherte sich die Partei von Präsident Macron eine komfortable Machtbasis für seine Reformen, mit denen er Frankreich international wieder konkurrenzfähig machen will. Ganz so spektakulär wie von den Umfragen vorausgesagt fiel der Sieg aber nicht aus: Statt der angekündigten 400 von insgesamt 577 Sitzen sind es den Hochrechnungen von gestern Abend zufolge "nur" rund 355. Ohne absolute Mehrheit hätte REM bei der Abstimmung über einzelne Gesetze jeweils um Unterstützung von Abgeordneten oder Fraktionen anderer Parteien werben müssen. Schon zum am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel wollen Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Informationen aus dem Élyséepalst einen gemeinsamen Beitrag leisten.

Die Franzosen in der Schweiz und in Liechtenstein haben Joachim Son-Forget von der Partei La République en Marche (REM) als ihren Repräsentanten in die Nationalversammlung gewählt. Die traditionellen Regierungsparteien der bürgerlichen Rechten und der Sozialisten erlitten eine weitere Niederlage. Im Mai hatte er die Präsidentschaftswahl mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit gegen die Rechtspopulistin Le Pen gewonnen.

Die Wahlbeteiligung stürzte auf einen neuen historischen Tiefpunkt. Laut Hochrechnungen lag sie um die 43 Prozent - und damit noch deutlich niedriger als im ersten Wahlgang. Das könnte auf eine geringere Zustimmung in der Bevölkerung für den Kurs des neuen Präsidenten hinweisen, als das vorläufige Wahlergebnis vermuten lässt. "Unser Volk ist bei dieser Wahl in eine Form des staatsbürgerlichen Generalstreiks getreten", meinte der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon. Macron war vor sechs Wochen als jüngster französischer Präsident aller Zeiten in den Élyséepalast gewählt worden.

Damit hätte der sozialliberale Staatschef den nötigen Rückhalt für seine Reformagenda, mit der er der französischen Wirtschaft neuen Schwung verschaffen will.

Kann Macron mit einer solchen Jungmannschaft Frankreich von Grund auf reformieren?

Laut den Meinungsforschungsinstituten Kantar Public-Onepoint, Ipsos und Elabe kommen die konservativen Republikaner und ihre Verbündeten auf 125 bis 133 Sitze. Mit ihm verbinden viele Franzosen die Hoffnung, dass es nach jahrelanger Flaute in der nach Deutschland zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone wieder aufwärtsgeht.

Die Sozialisten: Die Partei von Macrons Vorgänger François Hollande, die in den vergangen fünf Jahren den Ton in der Nationalversammlung angegeben hatten, stürzt ab.

Auch die von Präsident Emmanuel Macron ernannte Minister und weitere Politiker haben in ihren Wahlkreisen gewonnen. Parteichefin Le Pen selbst gewann in ihrem Wahlkreis in Nordfrankreich und zieht damit erstmals in die Nationalversammlung ein. Bislang hatte er zwei Sitze in der Nationalversammlung.

Die Stimmbeteiligung sank noch tiefer als im ersten Wahlgang und erreichte einen historischen Tiefstwert von 44 Prozent. Macron hat damit freie Hand und ist nicht einmal mehr auf die Hilfe von Modem angewiesen, die etwa 44 Mandate beisteuern. Die bürgerliche Rechte wurde damit zweite Kraft in der Volksvertretung. Laut Hochrechnungen kommt der Front National auf 6 bis 8 Sitze. Die Arbeitsmarktreform, das geplante Antiterrorgesetz, die bevorstehenden Absprachen mit Berlin in der europäischen Sicherheitspolitik vor dem nächsten deutsch-französischen Spitzentreffen im kommenden Monat - dies werden seine ersten Bewährungsproben sein.


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