Alle Neuigkeiten dazu im News-Blog. 59 Menschen wurden nach Angaben von Innenstaatssekretär Jorge Gomes verletzt. Nach Polizeiangaben löste ein Blitzschlag die Brände aus.

Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schickte Rebelo de Sousa ein Kondolenzschreiben. Darin heißt es: "Die dramatischen Bilder von dem zerstörerischen Waldbrand in Portugal, dem so viele Menschen nicht entfliehen konnten, haben mich sehr betroffen". Die Zahl der Todesopfer könnte also noch steigen. Bereits im vergangenen Jahr hatten Waldbrände mehr als 100 000 Hektar Land vernichtet. Vorrang habe nun, Menschen zu retten und das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Lissabon - Ein verheerender Waldbrand hat im Zentrum von Portugal am Wochenende mindestens 62 Menschen in den Tod gerissen.

Nach Angaben des portugiesischen Innenministeriums waren viele der später tot geborgenen Menschen mit ihren Autos unterwegs, als sie von den Flammen eingeschlossen wurden und qualvoll verbrannten. Rund 60 Menschen wurden nach Angaben des Staatssekretärs im Innenministerium verletzt. Der Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern sei am Sonntag zunächst aufgrund der starken Rauchentwicklung unmöglich gewesen. Die Regierung rief eine dreitägige Staatstrauer aus.

Mit einer Schweigeminute vor der Confed-Cup-Partie gegen Mexiko will Portugals Fußball-Nationalteam der zahlreichen Todesopfer bei den Waldbränden in der Heimat des Europameisters gedenken. Cristiano Ronaldo und seine Teamkollegen trugen im russischen Kasan Trauerflor.

Das Leiden stand den Betroffenen in der Region ins Gesicht geschrieben. Eine andere Frau sagte im TV-Sender RTP: "Wir haben alles verloren, unser Haus, unsere Tiere, alles". Ein Mann meinte: "In meinen 53 Jahren habe ich so etwas nicht gesehen". Es gebe einige Dörfer, die "von den Flammen völlig eingekesselt" seien, wie der Bürgermeister des Unglücksorts Pedrogao Grande sagte.

Polizisten stehen am 18.06.2017 auf der Landstraße zwischen Castanheira de Pera und Figueiro dos Vinhos (Portugal) neben ausgebrannten Autos.

Hunderte Feuerwehrleute mit 160 Löschfahrzeugen waren gegen die Flammen im Einsatz.

Costa zufolge könnte der verheerende Waldband durch ein sogenanntes Trockengewitter, bei dem kein Niederschlag fällt, ausgelöst worden sein. "Alles deutet ganz klar auf natürliche Ursachen hin", sagte der Direktor der Kriminalpolizei, José Almeida Rodrigues, der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa.

Es wurde Kritik an den Einsatzkräften laut: Zu Beginn war die Feuerwehr Augenzeugen zufolge völlig überfordert. Feuerwehrfahrzeuge wurden von den Flammen zerstört, mehrere Familien mussten ihre Häuser verlassen. Ministerpräsident António Costa sagte: "Die Tragödie schockiert uns durch ihre Dimension". Die EU kündigte die Entsendung von Löschflugzeugen an.

Die EU sagte Portugal Hilfe zu. Spanien entsandte zwei Löschflugzeuge, um den Feuerwehrleuten im Nachbarland zu helfen.


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