Wie die Polizei am Morgen weiter mitteilte, haben Anti-Terror-Spezialisten die Ermittlungen übernommen. Augenzeugen zufolge sei das Fahrzeug in eine Menschenmenge vor einer Moschee gefahren. Der Fahrer wurde festgenommen, teilt die Polizei mit.

Nach dem Vorfall nahe einer Moschee in Nord-London hat die Polizei den 48-jährigen Fahrer des Vans festgenommen. Er werde auf seine geistige Zurechnungsfähigkeit untersucht. Weitere Verdächtige gebe es nicht. Ein Minivan war in der Nacht in eine Menschenmenge nahe einer Moschee gefahren.

In der Nähe der Moschee am Finsbury Park ereignete sich die grausame Tat.

Aus Sicht des Britischen Rats der Muslime könnte der blutige Zwischenfall ein gegen Muslime gerichteter Anschlag gewesen sein.

Der Britische Rat der Muslime teilte in der Nacht zum Montag auf Twitter mit, er sei darüber informiert worden, dass der Minivan Gläubige überfahren habe, als diese gerade die Moschee im Stadtteil Finsbury Park verließen. Die Untersuchungen der Anti-Terror-Ermittler laufen, Premierministerin Teresa May sagt, der Angriff werde wie ein möglicher Terroranschlag behandelt. Sie teilte am frühen Morgen mit: "All meine Gedanken sind mit jenen, die verletzt wurden, mit deren Angehörigen und mit den Rettungskräften vor Ort". Der Vorfall löste Erinnerungen an den Londoner Terroranschlag Anfang des Monats aus. Sie berief für den Vormittag eine Krisensitzung ein.

Auch der Vorsitzende der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, zeigte sich "total schockiert".

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan veröffentlichte ein Statement zum Vorfall und bezeichnete diesen als "einen gezielten Angriff auf unschuldige Londoner".

London - Ein Notruf sei kurz nach Mitternacht (01.20 Uhr MESZ) eingegangen, der einen "Zusammenstoß zwischen einem Fahrzeug und Fußgängern" gemeldet habe, erklärte die Polizei. Die Einsatzkräfte wurden daraufhin zum Ort des Geschehens in der Seven Sisters Road geschickt, mehrere Opfer würden dort versorgt. Der Stadtteil liegt nördlich des Zentrums von London.

Bei den Opfern soll es sich vornehmlich um Muslime handeln. Unklar sei, ob dies mit Absicht geschah. "Das ist eine Terrorattacke".

Mohammed Kozbar, der Vorsitzende der Moschee, sagte der Boulevard-Zeitung "The Sun": "Wer immer das getan hat, wollte Menschen verletzen". Die Moschee war früher als eine Anlaufstelle für Islamisten bekannt. Hamza hielt in dem Gotteshaus in den 90er Jahren radikalislamische und antiamerikanische Brandreden. Die neue Moschee-Leitung hatte in der Vergangenheit dennoch Drohungen erhalten. Augenzeugen berichteten gegenüber britischen Medien, Polizisten und Rettungskräfte hätten versucht, das Leben von auf dem Boden liegenden Menschen zu retten. Wie viele Menschen verletzt oder gar getötet wurden ist bislang noch nicht bekannt. "Es scheint so, als sei die Moschee das Ziel gewesen". Anschließend erstachen die drei Terroristen auf einem nahegelegenen Markt mit langen Messern fünf weitere Menschen und verletzten insgesamt 48.

Und wieder trauern die Menschen mit London. "Der Fahrer schrie 'Ich werde alle Muslime töten'".


BEMERKUNGEN