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Ein schwaches Ergebnis wird erneut bei der Wahlbeteiligung erwartet. Alles deutet darauf hin, dass der Staatschef im zweiten Wahlgang eine mehr als komfortable Mehrheit für seine Reformpläne bekommt. Seine Partei erzielte 19 Mandate, kann also im Gegensatz zum Front National eine Fraktion (ab 15 Sitzen) bilden. Zwei Institute hielten sogar bis zu 470 Sitze für möglich.

Angesichts der Tatsache, dass nicht einmal jeder Zweite wählen gegangen sei und es in Frankreich ein Mehrheitswahlrecht gebe, das die großen Parteien begünstige, sei das Votum für das Macron-Lager "weit davon entfernt, einer Unterstützung gleichzukommen", schrieb das Blatt.

Der Sieg für Macrons erst vor gut einem Jahr gegründete Mitte-Partei La République en Marche und ihre Verbündeten bestätigt dennoch eine historische Zäsur für die französische Politik. Die traditionellen Regierungsparteien der bürgerlichen Rechten und der Sozialisten mussten eine herben Niederlage rechnen. Zudem schmälert eine historisch niedrige Wahlbeteiligung den Erfolg. Das Wirtschaftswachstum hinkte in den vergangenen Jahren der Eurozone hinterher, die Staatsschulden liegen bei 96 Prozent der Wirtschaftskraft - deutlich mehr als in Deutschland.

"Ich werde ihr Leben in der Nationalversammlung zur Hölle machen", kündigte der Linksaussen-Politiker Jean-Luc Mélenchon an, der nach dem ersten Wahlgang auf gutem Weg war, einen Parlamentssitz zu erhalten.

Premierminister Edouard Philippe begrüsste das Ergebnis: "Mit ihrer Wahl haben die Franzosen in grosser Mehrheit die Hoffnung der Wut vorgezogen, den Optimismus dem Pessimismus", sagte er. Sie endete mit einem eindeutigen Triumph für die politische Kraft des französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Der 39-Jährige will noch in diesem Monat eine umstrittene Lockerung des Arbeitsrechts und ein neues Anti-Terror-Gesetz auf den Weg bringen. Schon zum am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel wollen Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Informationen aus dem Élyséepalst einen gemeinsamen Beitrag leisten. Trotzdem sprachen einzelne Kommentatoren von einer politischen "Flutwelle" für die Macronisten. Zuvor hatten sie fast 300 Mandate inne. Parteichef Jean-Christophe Cambadélis erklärte darauf seinen Rücktritt.

Auch Marine Le Pen schaut zufrieden aus der Limousine. Parteichefin Le Pen selbst gewann in ihrem Wahlkreis in Nordfrankreich mit an die 58 Prozent, wie sie der Nachrichtenagentur AFP sagte. Mit ihr ziehen zahlreiche neue Gesichter in die Nationalversammlung ein, viele Frauen und über 50 Prozent Politikneulinge sind unter den neuen Abgeordneten von "En Marche". In der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl im Mai war Le Pen deutlich gegen Macron unterlegen.

Ausserdem lag die Wahlbeteiligung so niedrig wie noch nie bei einer Parlamentswahl in Frankreich, Schätzungen zufolge zwischen 42 und 44 Prozent. "Wir sind uns bewusst, dass die Franzosen von ihren Abgeordneten mehr Zuhören und Dialog erwarten, um Spaltungen endlich zu überwinden".

Mit der klaren Mehrheit in der Nationalversammlung hat Macron nun weitgehend freie Hand für seine Gesetzespläne. Eine Parteispaltung ist nicht ausgeschlossen: Während gemäßigte Neugewählte wie Thierry Solère eine "konstruktive" Haltung gegenüber Macrons Reformkurs einnehmen wollen, plädieren die Anhänger von Ex-Kandidat François Fillon für eine klare Abgrenzung - das heißt Opposition. Gewerkschaften und Linke drohen bereits mit Massenprotesten.

Die Parlamentswahl in Frankreich hat noch weniger Menschen mobilisiert als bei der ersten Runde vor einer Woche.


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