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"Wir wollen niemanden in unseren Reihen wissen, der im Namen des Islam unschuldige Menschen tötet". Dennoch blieb die Teilnehmerzahl weit hinter den Erwartungen der Organisatoren zurück. Doch Zuspruch und Unterstützung sind groß. Auch für den hessischen SPD-Landtagsabgeordneten Turgut Yüksel ist es von Ditib das falsche Signal, nicht an der Kölner Demonstration teilzunehmen. Selbst Feministinnen, die vor den Zwängen der konservativ-islamischen Welt nach Deutschland ausgewandert sind, müssen sich ständig fragen lassen, wie sie denn zum islamistischen Terror stehen. Mitgetragen wurde der Friedensmarsch vom Zentralrat der Muslime in Deutschland, der Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland und der Türkischen Gemeinde in Deutschland.

Muslime machen rund fünf Prozent der deutschen Bevölkerung aus. Und immer wieder gibt es Aufforderungen, sie sollten sich von Islamisten distanzieren. "Das ist etwas unfair".

"Islam ist für mich Frieden, nicht Krieg", sagte auch Meral Şahin von der Kölner Interessengemeinschaft Keupstraße: 22 Menschen hatten Rechtsterroristen des sogenannten "nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) dort 2004 bei einem Nagelbomben-Attentat verletzt. "Aber klar, wir wollen helfen, dieses Vorurteil auszuräumen, und deshalb sind wir hier". Den Initiatoren ging es nach den Anschlägen von Berlin, Manchester, London und in der islamischen Welt darum, ein deutliches Zeichen zu setzen.

Auch viele Nicht-Muslime und Politiker haben parteiübergreifend zur Teilnahme aufgerufen.

Zunächst waren einige hundert Menschen zu der Demonstration unter dem Motto "Nicht mit uns" in die Innenstadt gekommen.

Sadiqu Al-Mousllie, niedersächsischer ZMD-Landesvorsitzender, stellt unter Beifall klar: "Ich lehne es ab, dass meine Religion entführt wird", von Extremisten und Terroristen.

Eine Mutter beteiligt sich mit ihren drei kleinen Kindern: "Es wird Zeit, dass die Muslime lauter werden. Also können wir auch auf die Straße gehen".

Weniger als erwartet nahmen an der Auftaktkundgebung des Friedensmarsches teil.

Taten implizieren eben nicht, dass die Muslime in Europa auf die Straßen strömen, was der Terrormiliz IS nur ein müdes Lächeln entlocken würde, was in der Türkei eindrucksvoll unter Beweis gestellt wurde. "Es ist wichtig, zu zeigen, dass wir gegen islamistischen Terror sind".

Während Muslime und Nicht-Muslime durch die Domstadt laufen, manövriert sich die türkisch-islamische Ditib ins Abseits. Eine solche Aktion passe sehr gut in den Fastenmonat Ramadan. Die Ditib, die in Köln ansässig ist und dort auch ihre Zentralmoschee betreibt, warf den Organisatoren eine "öffentliche Vereinnahmung und Instrumentalisierung" vor. Ich faste auch und ich kann sagen: "es ist zumutbar". CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer findet im fernen München weitaus schärfere Worte: "Die Verweigerung großer Islamverbände und der dürftige Besuch zeigen: Viele Muslime sind sich ihrer Verantwortung, gegen den Politischen Islam und gegen den Terrorismus endlich ein Zeichen zu setzen, nicht bewusst".


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