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Mehrere tausend Menschen haben in Köln bei einem Friedensmarsch von Muslimen gegen Gewalt und islamistischen Terror demonstriert.

Nach der Verkündung seiner Nichtteilnahme an der für Samstag geplanten Anti-Terror-Demonstration in Köln steht die islamische Religionsgemeinschaft Ditib in der Kritik. Der türkische Präsident Recep Tayyib Erdogan macht Gülen für den Putschversuch im Sommer 2016 verantwortlich.

Stattdessen hagelt es Kritik, angeführt von Volker Beck bis hin zu Cem Özdemir, während Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sich nach eigenen Worten die Beteiligung aller muslimischen Verbände wünscht, damit ein "wichtiges Zeichen von Muslimen in die Gesellschaft hinein" gegeben wird, dass sie mit dem Terror und dem Missbrauch ihrer Religion durch die Terroristen nichts zu tun haben.

Initiatoren der Aktion "Nicht mit uns" sind die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor und der muslimische Friedensaktivist Tarek Mohamad. "Der Ramadan ist der Monat des Friedens für uns Muslime!" Die Veranstalter hatten bis zu 10.000 Teilnehmer angemeldet. Viele migrantische Islamkritiker kritisierten das Vorhaben.

Der Zentralrat der Muslime (ZMD), die Türkische Gemeinde und auch zahlreiche Politiker hatten parteiübergreifend für eine Teilnahme geworben.

Ditib erklärte zur Absage, solche Demonstrationen "stigmatisieren die Muslime und verengen den internationalen Terrorismus auf sie, ihre Gemeinden und Moscheen". Eine SZ-Anfrage blieb bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet. Auch für den hessischen SPD-Landtagsabgeordneten Turgut Yüksel ist es von Ditib das falsche Signal, nicht an der Kölner Demonstration teilzunehmen. "Wir wollen niemanden in unseren Reihen wissen, der im Namen des Islam unschuldige Menschen tötet". In Baden-Württemberg nimmt Ditib am Runden Tisch der Religionen teil. Sie halte es "für unverzichtbar, in Zukunft einen stärkeren Dialog mit nichtreligiösen Migrantenverbänden zu führen".

Nach den Anschlägen von Berlin, Manchester, London und in der islamichen Welt sei es Zeit, ein deutliches Zeichen zu setzen, sagte Mit-Initiatorin Lamya Kaddor bei einer Kundgebung. Der konkrete Vorwurf an die Veranstalter lautet denn auch, dass "für eine gemeinsame Veranstaltung Vorgespräche notwendig" gewesen wären. Zu den ErstunterzeicherInnen des Aufrufs gehörten auch dutzende PolitikerInnen aller im Bundestag vertretenen Parteien. Angela Merkel begrüße die Demonstration in Köln und die Absage des türkischen Verbandes sei "einfach schade", so der Regierungssprecher. "Erhebt eure Stimmen und kommt mit uns auf die Straßen gegen Extremismus und Gewalt". Die Polizei machte dazu keine Angaben, die Demonstration verlief demnach ohne Zwischenfälle. Mit Transparenten und selbstgebastelten Pappschildern zogen sie am Samstag durch die Kölner Innenstadt.


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