KXIP vs KKR Live Score

Laut Meinungsforschern kann der sozialliberale Staatschef hoffen, in der entscheidenden Runde am kommenden Sonntag auf mindestens 390 der 577 Sitze zu kommen. Das Institut Kantar Public-Onepoint hielt sogar bis zu 440 Mandate für möglich. Grund dafür ist das französische Mehrheitswahlrecht.

Macrons La République en Marche und MoDem kommen laut letzten Umfragen auf einen Stimmenanteil von rund 30 Prozent.

Nach der ersten Runde der Parlamentswahlen zeichnet sich eine historische Mehrheit für eine jüngst gegründete Partei ab.

Für die beiden traditionellen französischen Regierungsparteien ist das Ergebnis jedoch eine weitere herbe Schlappe. Das konservative Lager kam auf 21,6 Prozent und hat Aussichten auf 70 bis 130 Mandate.

Das Lager des neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron hat die erste Runde der Parlamentswahl klar gewonnen.

Politische Kommentatoren in Paris machten auch die Vielzahl vorangegangener Urnengänge für die niedrige Wahlbeteiligung verantwortlich - nach den jeweils zwei Wahlgängen bei den Vorwahlen der Sozialisten und der "Republikaner", den zwei Wahlgängen bei der Präsidentschaftswahl sowie nach einer politischen Debatte, die seit über einem Jahr andauere, seien die Wähler des Themas überdrüssig geworden, so der allgemeine Tenor.

Es ist eine Revolution - freilich eine Revolution an der Wahlurne, und ihre ersten Opfer sind die etablierten Parteien von links bis rechts, die die französische Politik seit Jahrzehnten bestimmten und nun von Macrons und seiner Partei fast pulverisiert worden sind. Die Regierung will noch in diesem Monat ein umstrittenes Gesetz vorlegen, um das starre Arbeitsrecht zu lockern. Viele hätten im Mai Macron gewählt, um Le Pen zu verhindern. Oppositionsparteien wie die konservativen Republikaner oder die rechtsextreme Front National (FN) von Marine Le Pen spielen bei dem Durchmarsch-Szenario für das Regierungslager nur noch Nebenrollen. Das Bündnis La France insoumise (Das unbeugsame Frankreich ) des Linkspolitikers Jean-Luc Melenchon kam auf elf Prozent. Pro Wahlkreis wird ein Abgeordneter gewählt, im ersten Wahlgang braucht es für einen Sieg die absolute Mehrheit - das schafft kaum jemand. Die Stimmen für die jeweils unterlegenen Kandidaten werden somit bei der Sitzverteilung im Parlament nicht berücksichtigt. Das Geheimnis dieses Erfolgs liegt letztlich im tiefsitzenden Paradoxon Frankreichs, das Macron aufzulösen vermochte: Der erst 39-Jährige vereinte die revolutionäre mit der monarchistischen Ader der Nation. Allerdings wird Präsident Macron mit einer absoluten Parlamentsmehrheit jetzt auch liefern müssen. Über ein halbes Jahrhundert hinweg hatten Sozialisten und bürgerliche Rechte die Geschicke des Landes bestimmt. Nach ersten Hochrechnungen kommt sie auf rund 32 Prozent. Und in einigen Wahlkreisen erklärten sich auch gleich mehrere Bewerber zu Anhängern des neuen Präsidenten, obwohl sie eigentlich von anderen Parteien aufgestellt worden waren.

Jean-Christophe Cambadélis, Chef der Sozialistischen Partei, sprach am Sonntag von "beispiellosen Verlusten der gesamten Linken, und insbesondere der Sozialistischen Partei".

Wird Frankreich ohne echte Opposition dastehen? Nur, dass er so rasant das Ancien Régime der V. Republik stürzen würde - das glaubte nicht einmal der so selbstbewusste Macron. Die Franzosen sind offenbar fest entschlossen, ihrem jungen Präsidenten eine Chance zu geben und ihm die hierfür nötige Parlamentsmehrheit einzuräumen. "Zum dritten Mal hintereinander haben Millionen von ihnen ihre Begeisterung für das Projekt des Präsidenten der Republik, ein groß angelegtes Projekt der Erneuerung unseres Landes, zum Ausdruck gebracht". "Freue mich über das gute Ergebnis für @EmmanuelMacron", schrieb Kanzlerkandidat und Parteichef Martin Schulz auf Twitter. An einer wilden Protestbewegung, wie sie Frankreich erst im vergangen Jahr erlebt hat (auch da ging es um eine Arbeitsrechtsreform, die sich jedoch im Vergleich mit Macrons Vorhaben wie ein lauwarmes Lüftchen ausnimmt), droht seine gerade erst gewonnene Popularität gleich wieder zu zerschellen.

Macron tritt für eine dezidiert proeuropäische Reformpolitik ein.

- „Le Figaro“ (Frankreich): „Emmanuel Macron hat seine Wette gewonnnen und kann heute Morgen die Folgen dieser donnernden Sprengung beobachten.


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