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Macrons junge Partei La République en Marche und ihre Verbündeten gewannen am Sonntag aus dem Stand 32,3 Prozent der Stimmen und steuern wegen des Mehrheitswahlrechts auf eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung zu. Meinungsforschungsinstitute sehen die Partei bei mindestens 400 Sitzen, die Opposition wäre demnach zersplittert und klein.

Damit bekäme der sozialliberale Staatschef klaren Rückhalt für sein Reformprogramm.

Die Franzosen gehorchen dessen Wunsch, ihm "eine eigene Mehrheit" zu schenken. Nur ungefähr jeder zweite Wahlberechtigte hat auch seine Stimme abgegeben. Das wäre einer der niedrigsten Werte für den ersten Wahlgang einer Parlamentswahl in der Geschichte der 1958 gegründeten Fünften Republik. Zustimmung erhält er für das Vorhaben, über fünf Jahre 50 Milliarden Euro in die Ankurbelung der Wirtschaft zu investieren - von Qualifizierungsmaßnahmen bis hin zum Ausbau der Erneuerbaren Energien reicht das Spektrum. Einen dramatischen Absturz legten die Sozialisten von Macrons Vorgänger François Hollande hin, die bislang die Nationalversammlung dominiert hatten. Der Front National von Rechtspopulistin Marine Le Pen kam auf gerade 13,2 Prozent.

Nach Auszählung aller Stimmen wurden die konservativen Rpublikaner und ihre Verbündeten laut Innenministerium mit gut 21 Prozent zweitstärkste Kraft.

Durch einen starken französischen Präsidenten Macron könnte die EU auch in der Flüchtlingsfrage vorankommen. Die Stimmen für die jeweils unterlegenen Kandidaten werden somit bei der Sitzverteilung im Parlament nicht berücksichtigt.

Macrons Partei wollte mit vielen Politneulingen gleich im ersten Anlauf die absolute Mehrheit im Parlament erreichen. Auch in der neuen Nationalversammlung sitzen voraussichtlich nach dem zweiten Wahlgang so viele Politik-Neulinge wie noch nie. Das schaffen nur die wenigsten. Im alten Parlament hatte sie mit 277 Abgeordneten die Mehrheit. Im Senat als zweiter Kammer hat die bürgerliche Rechte das Sagen. Doch falls die Parlamentskammern sich nicht einigen, sitzt die Nationalversammlung am längeren Hebel: Die Regierung kann ihr dann das letzte Wort lassen.

"Macron denkt nach, bevor er handelt": Frank Baasner, Direktor des Deutsch-französischen Instituts in Ludwigsburg, zur ersten Runde der Parlamentswahl in Frankreich. Bereits angesichts der 32 Prozent Stimmanteile, die LREM am Sonntag errang, wollte ein TV-Kommentator wissen, ob Macron etwa über Wasser gehen oder Blinden das Augenlicht zurückgeben kann. Die Hofberichterstattung-Unterstützung durch die französischen Medien - exemplarisch dafür: Le-Monde-Mitbesitzer Pierre Bergé unterstützte Macron ganz offiziell, ist ist ein wichtiger Erfolgsfaktor, aber nicht der einzige. Und er warnte: "Heute Abend deutet alles darauf hin, dass die absolute Mehrheit bereits für Macron gesichert ist". Falls diese Mehrheit im zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag noch gestärkt werde, "werden wir eine Nationalversammlung ohne echte Kontrollmacht und ohne demokratische Debatte haben, die dieses Namens würdig ist". Das gibt Präsident Emmanuel Macron großen Handlungsspielraum für die Umsetzung seiner politischen Projekte, allen voran Reformen des Arbeitsrechts, aber auch in den Bereichen der inneren Sicherheit oder der Bildungspolitik. "Zum dritten Mal hintereinander haben Millionen von ihnen ihre Begeisterung für das Projekt des Präsidenten der Republik, ein groß angelegtes Projekt der Erneuerung unseres Landes, zum Ausdruck gebracht". Deutschlands Aussenminister Sigmar Gabriel schrieb auf Twitter, Macron überzeuge "nicht nur in Frankreich, sondern auch in und für Europa!".

Schulz twitterte, er freue sich "über das gute Ergebnis für Emmanuel Macron". Denn nach Deutschland und Italien steht Frankreich auf Platz drei im Ranking der meisten Asylanträge in Europa. Dies sei ein "starkes Votum für Reformen". Die Front-National-Chefin landete in ihrem nordfranzösischen Wahlkreis im ersten Wahlgang an erster Stelle, wie sie am Sonntagabend sagte. So gehört er zu den vielen Bewerbern der etablierten Parteien, die aussortiert wurden zugunsten der zumeist unbekannten Kandidaten von "La République en marche" (REM), der Partei des Präsidenten Emmanuel Macron.


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