KXIP vs KKR Live Score

Laut Angaben des Innenministeriums aus der Nacht zum Montag kamen Macrons Partei La République en Marche und die verbündete Zentrumspartei MoDem zusammen auf 331 der insgesamt 577 Sitze. Zwei Institute hielten sogar bis zu 470 Sitze für möglich.

Für Sozialisten und Konservative setzte es wie erwartet schwere Verluste. Sein Lager erzielte laut den Hochrechnungen zwischen 128 und 130 Abgeordnetenmandate und halbierte sich damit nahezu. Sozialistenchef Jean-Christophe Cambadélis nannte das Wählervotum "unmissverständlich" und kündigte seinen Rücktritt an.

Dennoch bedeutet sein Erfolg eine grundlegende Umwälzung des politischen Systems in Frankreich: Seine erst 14 Monate alte Partei La République en Marche hat aus dem Stand die absolute Mehrheit geholt. Die Appelle der beiden Parteien zur Schadensminimierung, dass mit einem Erdrutschsieg Macrons die Opposition quasi abgeschafft werde, dürften also zumindest ein wenig gefruchtet haben. Der rechtspopulistische Front National (FN) von Marine Le Pen kann nur mit vier bis acht Sitzen rechnen. Dazu sind 15 Abgeordnete nötig.

Die Beteiligung war noch einmal deutlich schwächer als im ersten Wahlgang vor einer Woche. Für den Sieg in einem Wahlkreis reichte nun eine einfache Mehrheit aus.

Die Wahlbeteiligung stürzte auf einen neuen historische Tiefpunkt. Schon vergangene Woche hieß es, die Menschen seien nach einem monatelangen Marathon mit Vorwahlen und Präsidentenkür ermüdet. Laut ersten Hochrechnungen kamen Macrons Mitte-Partei und ihre Verbündeten auf 355 bis 425 der 577 Sitze.

Denn im Fall des Sieges einer anderen Partei stellt diese den Regierungschef, wobei Macron dies vorwegnahm, indem er das Steuer ohnehin bereits an den Konservativen Édouard Philippe als Premierminister übergab. Und schließlich sorgte auch das sommerliche Wetter dafür, dass viele Franzosen den Tag anders nutzen wollten als mit der Ausübung ihrer demokratischen Rechte.

Mit 39 Jahren ist Macron der jüngste Präsident in der französischen Geschichte. Zudem will Macron das Arbeitsrecht reformieren. Außerdem strebt er in der vom angekündigten Austritt Großbritanniens verunsicherten Europäischen Union weitreichende Reformen an und hofft dabei auf eine enge Zusammenarbeit mit Deutschland. Schon zum EU-Gipfel Ende dieser Woche wollen Macron und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel nach Informationen aus dem Élyséepalst einen gemeinsamen Beitrag leisten.

Macron hat mit seinem Wahlerfolg nun freie Bahn für seine sozialliberalen Reformen. In der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl im Mai war Le Pen deutlich gegen Macron unterlegen. Außerdem ein Gesetz für mehr Moral in der Politik, als Reaktion auf Skandale wie die Scheinbeschäftigungsaffäre um den konservativen Präsidentschaftskandidaten François Fillon.

Premierminister Edouard Philippe begrüsste das Ergebnis: "Mit ihrer Wahl haben die Franzosen in grosser Mehrheit die Hoffnung der Wut vorgezogen, den Optimismus dem Pessimismus", sagte er.


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