Rosenstein ist zuständig, weil Justizminister Jeff Sessions sich bereits wegen umstrittener Russland-Kontakte aus den Ermittlungen zurückgezogen hat. Dabei geht es offenbar um den Verdacht, dass Präsident Trump die Geheimdienstleiter gebeten haben soll, das FBI zur Einstellung von Ermittlungen gegen Ex-Berater Michael Flynn zu bewegen. Dies teilte der Präsident am Donnerstag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Nach Trump beauftragte unterdessen auch sein Stellvertreter Pence einen persönlichen Anwalt damit, ihn bei den Ermittlungen zu der Russland-Affäre juristisch zu vertreten.

Der US-Präsident spricht von der "größten Hexenjagd in der politischen Geschichte Amerikas".

Am Mittwoch berichtete die "Washington Post", dass inzwischen auch gegen Trump direkt ermittelt werde.

US-Sonderermittler Robert Mueller untersucht die Finanzen und geschäftlichen Beziehungen von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump. Er bezog sich damit auf seine Entlassung des Chefs der Bundespolizei, James Comey, Anfang Mai. Comey hat nach eigenen Angaben ausführliche Notizen über jedes seiner Gespräche mit Trump angefertigt.

Pences Sprecher betonte, dass die politische Arbeit des Vizepräsidenten durch die Ermittlungen nicht beeinträchtigt werden solle: "Der Vizepräsident konzentriert sich ganz auf seine Pflichten, treibt die Agenda des Präsidenten voran und freut sich auf einen raschen Abschluss dieser Angelegenheit". In seinem Wutanfall hat Trump diese angeblich falschen Informationen aus anonymen Quellen nun selbst beschäftigt. In der vergangenen Woche hatte der frühere FBI-Chef James Comey vor dem Geheimdienst-Ausschuss des US-Senats beschrieben, wie Trump bei einem Vier-Augen-Gespräch versucht hatte, ihn von einem Fallenlassen der Ermittlungen gegen Trumps früheren Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn zu überzeugen. Verurteilt wurden sie in den meisten Fällen für zwei Straftaten: perjury sowie obstruction of justice - Meineid und Behinderung der Justiz. Die Untersuchungen hatten sich bisher auf russische Interventionen in die US-Präsidentschaftswahl 2016 konzentriert und auf die Frage, ob das Trump-Lager davon gewusst und profitiert haben könnte. Damals hatte das höchste Gericht der USA entschieden, dass sich Regierungsmitarbeiter bei strafrechtlichen Ermittlungen nicht auf das Prinzip der Vertraulichkeit zurückziehen dürfen. Er genießt Immunität für alles, was er im Amt tut.

Rosenstein hatte Senatoren am Dienstag gesagt, dass nur er und nicht der Präsident Mueller entlassen könne. Dieser sei nicht neutral. Das Weiße Haus hatte gerade die Spekulation ausgetreten, dass Trump den Sonderermittler via Anweisung an das Justizministerium feuern lassen könnte. Anders als ein unabhängiger Sonderermittler des Kongresses wie etwa in der Watergate-Affäre um den später zurückgetretenen Präsidenten Richard Nixon, hat Mueller aber eine Position, in der er theoretisch vom Präsidenten gefeuert werden könnte.

Kushner war in der Russland-Affäre zuletzt immer wieder in den Fokus geraten. Kushner, so die Zeitung, habe auch Sergej Gorkov, den Chef der staatlichen Entwicklungsbank Russlands, getroffen. "Es würde der gängigen Praxis entsprechen, dass ein Sonderermittler finanzielle Unterlagen überprüft, um nach Verbindungen zu Russland zu suchen", hieß es in einer Stellungnahme des Anwalts Jamie Gorelick.


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