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Auch als langjähriges Mitglied im Justizausschuss des Senats ist Sessions mit den Gepflogenheiten dieser Kammer bestens vertraut, wenn er am Dienstag dort erscheinen wird.

In der Affäre um eine vermutete Einmischung Russlands in die US-Wahlen 2016 war Sessions schon bisher eine wichtige Figur; Comeys Aussagen und Andeutungen rückten ihn aber mit in ihr Zentrum.

Die in US-Medien mehrfach geäusserte Vermutung, er sei bei seinen zwei oder vielleicht auch drei Begegnungen mit Sergei Kislyak, dem russischen Botschafter in Washington, womöglich an geheimen Wahlkampf-Absprachen mit dem Kreml beteiligt gewesen, bezeichnete Sessions gestern als "abscheuliche Lüge".

Session schwört den Eid vor dem Senat. Vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats antwortete Sessions am Dienstag auf alle Fragen, die US-Präsident Donald Trump selbst betreffen, nicht oder nur ausweichend. Sessions hatte die Demission befürwortet. "Ich weiß nichts über diese Russland-Ermittlungen über das hinaus, was öffentlich bekannt ist", sagte Sessions. Der Vorwurf der Justizbehinderung hatte 1974 im Zuge der Watergate-Affäre zum Rücktritt von Präsident Richard Nixon geführt. Da Sessions sich aus diesen zurückgezogen hatte, wirft seine Entlassungsempfehlung Fragen auf. Nahm die US-Justiz bislang vor allem sein Umfeld wegen möglicher Russland-Kontakte im Wahlkampf ins Visier, wird nun offenbar gegen den Präsidenten persönlich ermittelt.

Es machte Sessions' Arbeit nicht leichter, dass der Wirtschaftsdienst "Bloomberg" gestern unter Berufung auf NSA-Erkenntnisse meldete, russische Hacker hätten im Vorjahr in mindestens 39 Staaten elektronische Wahlsysteme angegriffen. Gespräche mit Trump über dieses Thema will er weder bestätigen noch abstreiten. "Ich lese das nicht einmal". Die Washington Post berichtet, die Ermittlungen gegen Trump hätten begonnen, nachdem FBI-Chef Comey gefeuert worden war.

Ein weiterer Mitarbeiter sagte dem Bericht zufolge über die angebliche Überlegung Trumps, Müller zu entlassen, der Präsident habe sich damit ins eigene Knie geschossen. Comey berichtete in der vergangenen Woche von einem Treffen im Oval Office im Februar, bei dem der Präsident ihn gedrängt habe, die Ermittlungen gegen dessen ehemaligen Sicherheitsberater Michael Flynn einzustellen.

Zudem wollen die Demokraten darauf drängen, dass Sessions seine Rolle bei Comeys Entlassung erklärt. Er halte es nicht für problematisch, wenn der Präsident direkt mit dem FBI-Chef rede. Die Behinderung laufender Ermittlungen ist mindestens ein Verstoß gegen ethische Normen, im schlimmsten Fall ein Straftatbestand.

Über seine Unterredungen mit Trump sagte der frühere republikanische Senator aus Alabama, er müsse seiner Pflicht genüge tun, deren Vertraulichkeit zu wahren.

Sessions sagte, er sei als Chefankläger von Trump niemals zu Illegalem aufgefordert worden. Das Weiße Haus hatte dem widersprochen. Er werde seine Ehre gegen solche "niederträchtigen und falschen Vorwürfe" verteidigen. Der Grund sei vielmehr eine eindeutige Vorschrift des Justizministeriums gewesen, wonach ein Minister nicht mit Ermittlungen gegen ein Wahlkampfteam befasst sein darf, wenn er selbst diesem Team angehört hat.


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