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Jungen im Teenie-Alter sind besonders anfällig für Computerspielsucht.

Die seltener computerspielsüchtigen Mädchen und junge Frauen mit eingerechnet, zeigen knapp sechs Prozent der Menschen in der Altersgruppe Anzeichen von Computerspielsucht. Das Forsa-Institut befragte dafür 1531 Mädchen und Jungen, junge Frauen und Männer, eingeordnet wurden die Ergebnisse vom Suchtexperten Thomasius. Demnach sind 8,4 Prozent der Jungen und jungen Männer zwischen 12 und 25 Jahren von einer Computerspielsucht betroffen. Grundlage sind wissenschaftliche Kriterien aus Amerika (Internet Gaming Disorder Scale). Werden mindestens fünf von neun Standardfragen auf einem Fragebogen bejaht, gilt der Befragte als spielsüchtig. 13 Prozent können das Spielen trotz entsprechender Ratschläge nicht reduzieren. 26 Prozent fühlten sich unglücklich, weil sie nicht spielen konnten.

Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler sprach sich bei der Studienvorstellung für die Anerkennung als eigenständiges Krankheitsbild aus. Computerspiele seien längst "Bestandteil der Alltagskultur" und nicht jeder Spieler habe Probleme. 89 Prozent der 12- bis 14-jährigen Jungen berichten, dass sie wegen des Themas mit ihren Eltern streiten. Ausreichend Zeit für die Familie, für Freunde, für Aktivitäten an der frischen Luft bleibt da kaum noch. Umso wichtiger ist es für Kinder und Jugendliche, einen selbstbestimmten und verantwortungsvollen Umgang mit den digitalen Medien zu erlernen. Dafür werde sie sich - neben verbessertem Jugendschutz und suchtpräventiver Gestaltung von Computerspielen - einsetzen.

Der Alltag wird bei wesentlich mehr Jungen beeinträchtigt: 69 Prozent der männlichen 15- bis 17-Jährigen berichten davon, dass sie Freunde oder Verwandte vernachlässigten, die ihnen früher wichtig waren.

16 Prozent der Befragten nehmen wegen der Nutzung von Computerspielen nicht an gemeinsamen Mahlzeiten teil. Unter den 15- bis 17-Jährigen lag die entsprechende Rate sogar bei 34 Prozent. "Kinder und Jugendliche bedürfen eines besonderen Schutzes vor einer unkontrollierten und exzessiven Nutzung von Computerspielen". So sollten Suchtkriterien wie "hohe Spielbindung" bei der Altersfreigabe berücksichtigt werden.

Als Konsequenz aus den aktuellen Umfrageergebnissen setzt die DAK-Gesundheit ihre Aufklärungskampagne fort.

Maßloses Computerspielen ist hierzulande bislang nicht als Krankheit anerkannt. Herausgegeben werden die Hefte mit ausführlichen Hintergrundinformationen, Beispielen und einem Selbsttest vom Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.


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