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Nach mehr als vierjähriger Ermittlungsarbeit gelang es den Beamten demnach am Mittwoch, in einem international koordinierten Zugriff in zehn Staaten, mehrere mutmaßliche Führungsmitglieder zu verhaften sowie 39 Server mit hunderttausenden Domains abzuschalten. Das "Avalanche"-Netzwerk gilt den Angaben zufolge als eines der weltweit größten kriminellen "Botnets", in dem viele Server zusammengeschlossen sind". Zuletzt habe der Schwerpunkt der Kriminellen darin gelegen, Online-Banking-Kunden zu schädigen, hieß es. Bundesinnenminister Thomas de Maizière bezeichnete den Erfolg in Berlin als "Kampfansage an die internationale Kriminalität im Cyber-Raum". Die Aktion sei unter niedersächsischer Federführung gemeinsam mit zahlreichen Sicherheitsbehörden, darunter dem FBI und Europol koordiniert worden.

In zehn Ländern gab es Durchsuchungen, Festnahmen und Beschlagnahmungen.

Die Ermittler konnten nach eigenen Angaben innerhalb von vier Jahren internationaler Ermittlungen allein auf der "Avalanche"-Führungsebene 16 Beschuldigte identifizieren". Gegen sieben Tatverdächtige habe das Amtsgericht Verden Haftbefehle wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, banden- und gewerbsmäßigen Computerbetrugs und anderer Straftaten erlassen.

Mindestens seit 2009 hätten die Täter die weltweit vernetzte "Botnetz"-Infrastruktur "Avalanche" für das Versenden von E-Mails genutzt".

Wöchentlich seien mehr als eine Million Spam- oder Phishing-Mails mit schädigendem Anhang verschickt worden. Auf Basis der vorliegenden Anzeigen wird die Schadenssumme derzeit auf rund sechs Millionen Euro aus 1336 Taten beziffert. "Der tatsächliche Schaden dürfte auch in Deutschland weitaus höher liegen, während die genannten Zahlen sowieso nur die Angriffe gegen Opfer in Deutschland wiedergeben", so ein Polizeisprecher. "Die Aufgaben der entdeckten und unschädlich gemachten Server werden schlagartig von den Servern der anderen Botnetze übernommen", erklärte Oberstaatsanwalt Frank Lange. Rund zwanzig verschiedene Typen schädlicher Software wurden laut Staatsanwaltschaft Verden verwendet. Während der Ermittlungen wurden 39 Sever und mehrere Hunderttausend Domains beschlagnahmt. Damit sei der Grundstein für die gestrige Zerschlagung der Infrastruktur gelegt gewesen, hieß es.

Die Nachricht vom Januar 2014 ließ viele deutschen Internet-Nutzer Schlimmes befürchten: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gab bekannt, dass möglicherweise die Online-Identitäten von bundesweit mehr als 18 Millionen Menschen von Hackern gestohlen worden waren. Nach Angaben der Behörden ist dies aber nur der erste Schritt.

Provider informiert. Ihnen wird dringend empfohlen, ihre Rechner auf eine Infektion mit Schadprogrammen zu überprüfen. Auf einer Seite des BSI (www.bsi-fuer-buerger.de/botnetz) können Nutzer prüfen, ob ihr Rechner bereits Teil eines Botnetzes war. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Recherche. Die Computer oder Smartphones müssten dann aber noch von der Schadsoftware bereinigt werden, teilte das BSI mit. Nach aktuellem Kenntnisstand seien keine Geräte des "Internets der Dinge" wie Webcams, Drucker oder TV-Empfänger Teil der Botnetze. Die Schadprogramme auf den betroffen Systemen wurden durch die Zerschlagung der Botnetzinfrastruktur nicht gelöscht. Es könnte daher nicht ausgeschlossen werden, dass die Täter zu einem späteren Zeitpunkt wieder Kontrolle über die jeweiligen Botnetze erhalten. Betroffene sollten daher möglichst bald handeln.


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