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Uhr. Angelika W. berichtet, es habe im Haus in Höxter strenge Regeln gegeben. Oder wenn er mit jemandem sprach, musste man alle Tätigkeiten unterbrechen und ihm die ganze Aufmerksamkeit widmen. Daher habe sie auch per Annonce bessere Frauen als sich selbst für ihn suchen müssen. "Ich sah darin eine Entlastung für mich".

In der ersten Dreierbeziehung beschäftigte sich Wilfried intensiv mit der neuen Freundin Christel, hatte oft Sex, auch in Anwesenheit der Ex-Ehefrau, die sich um den Haushalt kümmern musste. "Er dachte sich finanzielle Notlagen aus, und die Frauen zahlten". Andererseits musste sie fürchten, dass es Ärger gab, wenn die anderen Frauen nicht folgsam genug waren. Allerdings verriet sie Wilfried W.s Mutter, wo sie sich versteckt hielt, "weil ich das so von zu Hause kannte, dass man sich abmeldet, damit sich der andere keine Sorgen um einen macht".

Die Angeklagte um die zwei in Höxter zu Tode gequälten Niedersächsinnen hat ausgesagt. Sie habe ihm geglaubt, dass er sich bessern wollte, und sei wieder zu ihm gezogen.

In der Untersuchungshaft hat Angelika W. eine Liste erstellt, die erschaudern lässt. Sie sei fast immer unter seiner Bewachung gewesen. Sie selbst, sagte Angelika W., habe die Frau unter anderem geschlagen, gewürgt oder im kalten Schweinestall angekettet. An diesem dritten Tag am Landgericht Paderborn im Mordprozess um die tödlichen Misshandlungen liest der Richter die Aufzählung in Auszügen vor. Zwei Frauen aus den niedersächsischen Städten Uslar und Bad Gandersheim starben in Folge der Misshandlungen.

Die Frau durfte nach einigen Monaten nach Magdeburg zurückkehren.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 46-jährigen Wilfried W. und seiner ein Jahr älteren Ex-Frau Angelika W. zweifachen Mord durch Unterlassen sowie mehrfache Körperverletzung vor.

Die 47-Jährige Angeklagte hatte bereits am zurückliegenden Prozesstag mit ihrer umfangreichen Aussage begonnen. Vor zwei Wochen stand dabei ihre eigene Leidensgeschichte im Vordergrund der Befragung. Die Angeklagte entgegnet, es seien noch mehr gewesen, wenn man das mitrechnet, was der Ex-Mann ihr selbst jahrelang angetan habe.

Doch Angelika W. sitzt selbst als mutmaßliche Täterin auf der Anklagebank: Sie soll unter anderem eine Frau gefesselt in einer volllaufenden Badewanne zurückgelassen und ihr mit dem Ertrinken gedroht haben. Es wird erwartet, dass sie sich - wie schon zuvor bei der Polizei - auch selbst belasten wird. Gemeinsam mit ihrem mitangeklagten Ex-Mann (46) soll sie über Jahre hinweg mehrere Frauen in ihr Wohnhaus in Ostwestfalen gelockt und dort brutal gequält haben.

In Saal 205 des Landgerichts Paderborn zählt der Vorsitzende Richter Bernd Emminghaus jede einzelne Misshandlung auf und hakt nach. Binder hatte im Vorfeld geäußert, dass sein Mandant nicht der Haupttäter sei. Dreiviertel der Gewalttätigkeiten seien damals von Wilfried W. ausgegangen, sagte Angelika W. Unter anderem habe er sie mit einer Schaufel geschlagen oder ihr drohend ein Messer an die Kehle gesetzt.


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