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IstanbulDer türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan droht Europa mit der Öffnung der Landesgrenzen für Flüchtlinge. Außerdem müssen Flüchtlinge, die von der Türkei aus auf die griechischen Inseln geflohen sind, zurückgenommen werden.

EU-Parlament fordert Einfrieren der Beitrittsgespräche mit der Türkei.

Nach Medienangaben wurden über 36'000 Menschen in der Türkei in Untersuchungshaft genommen.

Die Türkei hat rund drei Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen und ist eines der Hauptdurchgangsländer für Migranten aus Asien und Afrika nach Europa.

Am Donnerstag hatte der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim Europa bereits indirekt mit der Aufkündigung des Flüchtlingspakts gedroht. Er fügte hinzu: "Dass Europa einerseits sagt, die Türkei ist unverzichtbar für die Sicherheit, andererseits aber solche Entscheidungen aus an den Haaren herbeigezogenen Gründen trifft, ist ein vollkommener Widerspruch".

Seit der Inhaftierung von Journalisten und kurdischen Oppositionspolitikern nach dem Putschversuch türkischer Militärs vom 15. Juli ist das Verhältnis zwischen der Europäischen Union und der Türkei extrem angespannt. Mehr als 75.000 zivile Staatsbedienstete und Angehörige der Sicherheitskräfte wurden entlassen, Tausende weitere suspendiert.

Erdogan beschuldigt den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen, Drahtzieher des gescheiterten Putsches zu sein, und geht gegen seine Anhänger vor. Berlin sehe das Flüchtlingsabkommen mit Ankara als "gemeinsamen Erfolg": "Die Fortsetzung liegt im Interesse aller Beteiligten".

Der Präsident warf der EU vor, Versprechen gebrochen zu haben. Dass er diese Drohung wahr macht, sei wenig wahrscheinlich, sagt ZDF-Korrespondent Hallmann. Dabei werde es zu Gesprächen mit dem Vizepräsidenten der Kommission Frans Timmermans, dem EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos sowie dem Sicherheitskommissar Julian King kommen.

"Wir haben grosses Interesse daran, dass die Türkei den europäischen Weg weiterverfolgt", sagte die Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin. "Demokratie besteht darin, den Willen des Volkes zu respektieren".

Die Türkei beherbergt zahlreiche syrische Bürgerkriegsflüchtlinge, von denen viele in die EU weiterziehen wollen. Für jeden zurückgeschickten Syrer darf seit dem 4. April ein anderer Syrer aus der Türkei legal und direkt in die EU einreisen. "Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes hängt vor allem von guten Beziehungen zur EU ab", sagte Brok der "Oldenburger Nordwest-Zeitung".

Eine Aufkündigung des Flüchtlingspaktes oder gar der Abbruch der Beziehungen zur EU wäre demnach für Ankara von großem Nachteil.

Der türkische Präsident Erdoğan warnte am Sonntag die NATO-Führung davor, türkische Militärangehörige, die in der Heimat als Putschisten gelten, zu schützen.


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