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So steht es auch im Editorial, das sich an die "chers amis allemands" richtet: "Sie können sie von nun an kennenlernen: die Zeitung, von der Sie seit zwei Jahren so viel gehört haben". Sie haben in schwierigen Stunden an uns gedacht. Die Chefredakteurin der deutschen Ausgabe tritt unter dem Pseudonym Minka Schneider auf. Vom französischen Original wurden bisher 1.000 Exemplare pro Woche verkauft. Die Zeitschrift nahm allerdings auch in gleicher Weise das Christentum aufs Korn. Einer zeichnet etwa ein stilisiertes Wahlplakat mit Merkel und dem Slogan "Wählt, Mutti!".

"Noch vier Jahre, um sie lieb zu gewinnen", steht groß im Blattinneren zwischen neun Karikaturen der deutschen Kanzlerin.

Die 20 Protagonisten, die zu Wort kommen, sprechen ausführlich über ihr Leben in Deutschland, ihre Wünsche und Ängste, Flüchtlinge und Integration, Gewalt, den Umgang mit Homosexualität und die Gründe für den erstarkenden Populismus. Es ist das erste Mal in der Geschichte von Charlie Hebdo, dass die Zeitung in einem anderen Land in einer anderen Sprache erscheint. "Man könnte sie für einen Embryo halten, der nach dem Ausgang sucht". Die deutsche Ausgabe solle vor allem aus dem Französischen übersetzte Texte enthalten. Und wer ein bisschen Interesse an französischer Innenpolitik mitbringt, kann sich durchaus amüsieren über den darin skizzierten Abstieg von den Literaturkennern Pompidou und Mitterand über Sarkozy, "Liebhaber von Armbanduhren" bis zu dem Hobby-Rennfahrer Fillon. Die 1970 gegründete Satirezeitung lotet regelmäßig die Grenzen der Pressefreiheit aus.

Natürlich Merkel. Das französische Satireblatt "Charlie Hebdo", bekannt für frechen bis derben Humor, kommt an diesem Donnerstag nach Deutschland, und was liegt da näher, als die Bundeskanzlerin in einer Karikatur zu verewigen. Insbesondere die ausgesprochen religionskritische Haltung von "Charlie Hebdo" geht vielen zu weit.

Heute probieren die Satiriker von "Charlie Hebdo" das Heft erstmals auf Deutsch aus. Danach soll das Blatt wöchentlich erscheinen. Die Botschaft dazu: Charlie Hebdo wirkt befreiend. Im November 2011 wurde ein Brandanschlag auf die Redaktionsräume des Blatts verübt. Zuvor hatte "Charlie Hebdo" den Propheten des Islam in einer Karikatur scherzhaft zu seinem "Chefredakteur" ernannt. "Für uns ist das ein Experiment", sagt "Charlie Hebdo"-Chef Laurent Sourisseau alias Riss, der bei dem Anschlag vom 7. Januar 2015 mit zwölf Toten schwer verletzt wurde". Die Attentäter hatten wichtige Zeichner der Redaktion ermordet wie Wolinsky und Cabu.

"Wir haben Charlie getötet!", brüllten die Mörder nach ihrer Tat.

Sie berichtet, dass sie sich schnell an die besonderen Arbeitsbedingungen in der Pariser Redaktion gewöhnt habe, die nach wie vor streng geschützt wird. Auch danach gab es weitere Morddrohungen.


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