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Die Redaktion von "Charlie Hebdo" in Paris war vor knapp zwei Jahren Ziel eines verheerenden islamistischen Terroranschlags. Jetzt gibt es "Charlie Hebdo" auch auf Deutsch: Am Donnerstag kam die erste deutschsprachige Ausgabe der Wochenzeitung in die Kioske. Das Cover zeigt Merkel mit Ringen unter den Augen, erschöpft auf einer Hebebühne. Ein VW-Arbeiter mit einem Auspuff in der Hand sagt: "Ein neuer Auspuff, und es geht noch vier Jahre weiter". Vielleicht muss man den Kauf der deutschen Charlie Hebdo-Ausgabe ja als eine Art Solidaritätsaktion verstehen, als ein Signal dafür, dass "Satire alles darf". Die 1970 gegründete Satirezeitung macht sich unbekümmert über Politiker und andere Prominente lustig und lotet dabei regelmäßig die Grenzen der Pressefreiheit aus.

Die bekannte französische Satirezeitung Charlie Hebdo kommt nach Deutschland. "Arsch-Grapscher in Köln." Empörte Stimmen warfen dem Blatt Rassismus vor, doch Verteidiger argumentierten, dass "Charlie" eben rassistische Haltungen karikiere.

So wirbt "Charlie Hebdo" für den Deutschlandstart.

Charlie Hebdo ordnet sich dem politisch linken Spektrum zu, also wundert es nicht, dass Riss Straßenverkäufer mit migrantischem Hintergrund, Tankwagenfahrer oder Antifa-Aktivisten zeichnet. Charlie Hebdo ist sehr laizistisch geprägt, die Redakteure lieben Blasphemie. Jänner des Vorjahres beim Anschlag auf die Redaktion in Paris zwölf Menschen ermordeten.

Unter den Opfern waren der unter Polizeischutz stehende Zeitungschef und Zeichner Charb und die bekannten Karikaturisten Cabu, Tignous, Honoré und Wolinski. Die Täter schrien bei ihrer Flucht "Wir haben den Propheten gerächt! Wir haben Charlie Hebdo getötet!" Nach dem Anschlag erklärten sich Menschen mit dem Spruch "Je suis Charlie" rund um den Globus solidarisch mit den Opfern.

Was eine Merkel-Satire anbelangt, will Biard die üblichen "Charlie"-Kriterien anlegen: "Wir gehen davon aus, dass eine Person, die im öffentlichen Leben eine Rolle sucht, sich selber für die Möglichkeit öffentlicher Satire exponiert". Doch einige Mitarbeiter verließen nach dem Anschlag das Blatt, es gab zudem Streit über den Umgang mit Verkaufserlösen und Spendengeldern.

Sie berichtet, dass sie sich schnell an die besonderen Arbeitsbedingungen in der Pariser Redaktion gewöhnt habe, die nach wie vor streng geschützt wird. Wiederholt gab es Morddrohungen gegen die Redaktion.

Mit frechen, oft derben Karikaturen und bissigen Texten kommentiert "Charlie Hebdo" politische und gesellschaftliche Themen aus Frankreich und aller Welt. Von der speziellen Satireauffassung, die auch schon mal italienische Erdbebenopfer mit Spaghettisoße anstelle von Blut darstellt, ganz zu schweigen. Der Ort verklagte die Satirezeitung deswegen.

Das "Charlie" im Namen ist eine Hommage an die Comicfigur Charlie Brown und ihren Erfinder Charles M. Schulz. Vom französischen Original wurden bisher 1.000 Exemplare pro Woche verkauft.


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